Jadranka Klabučar Gros (Kroatien/Österreich) wurde in Zagreb, Kroatien geboren, wo sie die Volksschule, das Sprachgymnasium und die Wirtschaftsuniversität absolviert hat. Seit  1990 lebt und schafft sie in Wien, Österreich. Schreibt Poesie, sowie Kurzgeschichten. Ausgewählte Gedichte wurden in mehr als 30 Gedichtesammlungen und drei Anthologien veröffentlicht: „Süd-Ost Wind“  „Neue Österreichische Lyrik - und kein Wort Deutsch“ (Haymon Verlag) sowie „Wir, bewegende Steine“.Ihre Gedichte erschienen in kroatischer Sprache in zwei Autoren Büchern „ Herbst in meinem Haar“ (2010.),  „Lieben ist ein Dauerzeitwort“ (2013.) und in einer zweisprachigen  Gedichtesammlung „Ausgewählte Gedichte-Selected Poems“ (2015.):Im Jahr 2005 erhielt sie den zweiten Preis beim „Zeljka Boc Liebesgedichte“ Wettbewerb in Kroatien sowie  mehrere Auszeichnungen.

Deutsch

 

 

ICH SCHWEBE

 

Ich schwebe im endlosen Blau.                                     

Ich schwebe in Gedanken

Ich schwebe in Rosmarinduft.                                        

Ich schwebe im Möwengekreisch.

 

Das Meer ist mein Zeuge.

 

 

OHNE SPRACHE

 

Ich schweige.

Denn selbst, wenn ich die nettesten Worte

aussprechen würde,

würde mich niemand verstehen.

So wie auch ich die anderen nicht verstehe.

 

Ich spaziere

durch den Park voller Rosen.

Jede hat ihren eigenen Namen

und jede hat ihren eigenen Duft.

 

Dieser Park gehört niemandem,

oder eigentlich gehört er allen.

Ich meine – wer immer herkommt,

um die Rosen zu bewundern,

um deren Duft einzuatmen,

um zu sehen, wie sich die Rosenblätter unsichtbar

zur Sonne hin öffnen,

der ist willkommen.

 

Und ich hoffe, das gilt auch für mich.

Eine Unbekannte und Fremde,

ohne Sprache,

mit angelegter Maske, damit meine anhaltende Trauer

 

oder meine seltenen Freuden

nicht gestört werden.

 

Jedes Lebewesen hat seine eigene Sprache,

die den anderen oft unverständlich bleibt.

Aber wer will, der wird auch das verstehen,

was am unverständlichsten ist.

 

Und jetzt ist meine einzige Sprache – ein Lächeln.

 

 

 

 

WENN LIEBE ERLISCHT 

 

 

Herabsetzung beginnt mit dem ersten Geschimpfe.

Der erste Schlag verheißt Raserei.

Die ersten Tränen lassen die Liebe

schrumpfen.

Umarmungen klingen ab.

Unwohl macht sich breit.

 

Schwere sind die Hände

die nur wegschieben

und die nicht lieben.

 

Übersetzt von der Lyrikerin

 

 

 

 

Kroatisch

 

 

PLUTAM

 

Plutam u  beskraju plavog

Plutam u mislima

Plutam u mirisu ruzmarina

Plutam u kriku galebovom

 

More je moj svjedok

 

 

BEZ JEZIKA

 

Šutim.

I da kažem najljubaznije riječi

nitko me ne bi razumio.

Kao što ja ne razumijem njih.

 

 

Šetam

parkom prepunim ruža.

Svaka ima svoje ime

i svaka svoj miris.

 

Ovaj je park ničiji,

ustvari svačiji.

Mislim - tko god se dođe diviti ružama,

udahnuti njihov miris, motriti

nevidljivo otvaranje latica prema suncu,

dobro je došao.

 

 

Nadam se, tako i ja.

Neznanac i stranac

bez jezika, 

s maskom, da drugi ne povrijede

moje stalne tuge,

niti moja rijetka veselja.

 

Svako živo biće ima svoj jezik

često nerazumljiv drugima.

Ali tko želi, razumjeti će i ono

najnerazumljivije.

 

Sada je moj jedini jezik - osmjeh.

 

 

 

 

 

 

KAD NESTAJE LJUBAV

 

 

Prvim urlikom počinje nepoštovanje.

Prvim udarcem počinje ludovanje.

Prvim plačem ljubav se tanji

zagrljaji sve manji i manji.

Sve više muke.

 

Teške su ruke

koje ne mole.

I koje ne vole.