Eva Surma (Österreich) lebt in der Südsteiermark und arbeitet seit 1991 als Sprachtrainerin für Deutsch als Fremdsprache. Seit mehr als zehn Jahren ist sie Mitglied des Literaturkreis Lebring. Sie schreibt Lyrik und Prosa auf Deutsch und Italienisch. „Die Farbe sieben“ und „Wir, bewegende Steine“ enthalten Arbeiten von ihr in gebundener Form. Eva Surma schreibt auch für tagesaktuelle Medien und ihren Blog www.evasurma.eu. Einige ihrer Werke wurden bei italienischen, österreichischen und kroatischen Literaturwettbewerben prämiert. Zweimal monatlich präsentiert sie zusammen mit ihrem Hamburger Kollegen „Die Feministin in Leibnitz und der Piefke in Triest“, eine multikulturelle Radioshow im Freien Radio Salzkammergut.

 

Deutsch

 

 

DAS LACHEN UND DAS LIEBEN

 

piano, con fuoco

Was ist uns noch geblieben,

nach Schüssen, Tod und Mord?

Ein Glauben und ein Gott?

 

Wir wollten doch nur leben,

als Menschen, Mütter, Väter,

und nicht als Übeltäter,

als Mörder und Verräter.

 

Die Welt zum Guten wenden.

Mit Taten, Worten, Werken,

uns Kriegserfahrung merken,

gewiss nie wieder bomben,

auf Volk in Katakomben.

 

Es ist dennoch geschehen.

Wir alle mussten sehen,

wie Fundamentalisten und Waffenspezialisten

die Leute malträtierten, sich kritisch präsentierten.

Worüber Philosophen,

vor Zeiten schon betroffen,

uns immer wieder warnten:

mit unseren eignen Lehren

die Andren zu bekehren.

 

Es ist geschehen und geschieht,

weil man im Dunkeln wenig sieht.

Wer nach Erleuchtung trachtet

und dabei nicht beachtet,

dass Menschenleben

einzig sind,

wie edle Unikate,

obwohl geeint im Staate,

doch singulär und wertvoll,

der mag,

wenn wohl umnachtet,

sich selbst und Gott missachtet,

nach Schwert und Feuer schreien.

Das wird niemand befreien.

 

Gewalt wird nie befrieden,

doch Einsicht wird vermieden,

mit Rachelust

und Alltagsfrust.

 

So, was ist uns geblieben?

Das Lachen und das Lieben?

Das Lieben und das Lachen?

Einander froh zu machen?

 

Einander froh zu machen!

Denn wenn der Sprengsatz uns erwischt,

des kurzen Glückes Frist erlischt.