Souad Zakarani ( Marokko)ist eine marokkanische Lyrikerin und Literaturübersetzerin. Sie verfasst Gedichte, Kurzprosa, Essays und journalistische Texte in deutscher, englischer, arabischer, spanischer und französischer Sprache.
Ihre Arbeiten wurden in fünf Sprachen in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien in Österreich, Deutschland, England, Spanien und den USA veröffentlicht.Mehrfach erschien ihre zeitgenössische Lyrik in der Frankfurter Bibliothek der Brentano-Gesellschaft.

 

 

 

 

Deutsch

 

 

DER EINWANDERER


Ramo hatte nie ans Auswandern gedacht. Er war zufrieden mit seinem Leben in dem Dorf, dessen Häuser kaum mehr als zwanzig zählten. Dort war er vor vierzig Jahren als Einzelkind geboren worden und hatte von seinen Eltern, die vor über zwanzig Jahren gestorben waren, ein bescheidenes Haus und fünfzehn Hektar Land geerbt. Das reichte ihm, um sorgenfrei durchs Jahr zu kommen.
Eine Schule hatte er nie besucht. Trotzdem sprach er die Landessprache fließend, wenn auch, ohne sie schreiben zu können – neben seiner Muttersprache, die er erst später schriftlich erlernte.
Die besondere Eigenschaft, die er aus seiner Kindheit bewahrt hatte, war seine große Liebe zu Volksgeschichten. Diese Vorliebe veranlasste ihn, sich älteren Menschen, Männern wie Frauen, zuzuwenden. Zu Hause notierte er ihre Geschichten in einem Heft.
Er schrieb diese Geschichten, Weisheiten und Witze in der Sprache der Erzähler auf. Er träumte davon, dieses Heft als Buch unter dem Titel „Geschichten aus dem Dorf B“ zu veröffentlichen. Er stellte sich vor, dass ein Fernsehsender ein Interview mit ihm führen würde, sobald er sein Buch veröffentlicht hätte. Dann würde er viel erzählen.
Eines Tages griff eine bewaffnete Gruppe sein Dorf an. Die Angreifer trugen schwarze Hemden mit der Aufschrift „Gott ist groß“. Daraufhin flohen die meisten Dorfbewohner in die nahegelegene Stadt, die ihnen Schutz bot. Auch er floh in dieser unheilvollen Nacht. Er konnte nur einen kleinen Geldbetrag mitnehmen, den er an einem sicheren Ort in der Küche versteckt hatte, sowie sein Heft, in dem er die Volksgeschichten aufgeschrieben hatte.
Einige Monate arbeitete er als Träger, dann in einer Gruppe, die Pistazien schälte. Sein Lohn reichte zum Leben, sodass er nicht betteln musste wie viele andere Flüchtlinge in diesem Land.
Jemand erzählte ihm von der Auswanderung in ein fernes Land jenseits des Meeres, wo Stabilität und ein gutes Leben herrschen sollen.
In den folgenden Monaten sparten die beiden das nötige Geld und fuhren zu dem Ort, von dem aus sie an Bord eines Bootes gehen und das Meer überqueren würden. Er stand zum ersten Mal in seinem Leben vor dem Meer und blickte darauf. Er war überwältigt und fragte sich: Wie hat sich nur all dieses Wasser hier angesammelt?
Zusammen mit den anderen stiegen sie ins Boot und fuhren hinaus aufs Meer. An Bord waren Frauen, Kinder und alte Menschen, deren Gesichter von Angst und Hoffnung gezeichnet waren. Nach mehr als drei Stunden kam bei allen das Gefühl auf, dass die Überfahrt viel zu lange dauerte. Leise machten sie sich Sorgen, den Weg verloren zu haben. Zudem bemerkten sie die Verunsicherung im Verhalten des Bootsführers.
Die Wellen schlugen höher und höher und peitschten Gischt ins Boot, und alles, was sich darin befand, wurde ins Wasser gespült. Alle trieben im Wasser. Bald bemerkte er, dass einige Kinder leblos im Wasser trieben. Die Wellen türmten sich wie kleine Hügel auf, hinter denen die Körper verschwanden.
Er bemerkte, dass er allein war. Die Angst begann in sein Herz zu dringen, doch er erschrak nicht. Der Gedanke an den Tod versetzte ihn zurück in sein Dorf, zu dem ruhigen Leben, das er geführt hatte. Ihm kam der Gedanke: „Wie schön mein Leben war!“
Die Wellen begannen sich zu beruhigen. Er bemerkte, wie sich Wolken am Himmel zusammenzogen, auf der einen Seite weiß, auf der anderen schwarz. Er hatte das Zeitgefühl verloren; die Zeit war ihm verschwommen. Er erinnerte sich, dass sie vormittags ins Boot gestiegen waren. Nun schien es, als sei es bereits weit nach Mittag.

 

Übersetzt von der Autorin

 

 

 

 


 

 

Arabisch

 

 

مهاجر

 

 

لم يكن يفكر بالاغتراب يوماً. كان منسجماً مع حياته في قرية لا يتجاوز عدد بيوتها عشرين بيتاً. ولد في هذه القرية منذ أربعين عاماً، وحيداً لوالدين ماتا منذ أكثر من عشرين عاماً. ورث منهما بيتاً متواضعاً وخمسة عشر هكتاراً من الأراضي الزراعية تدر له أموالاً تكفيه لمعيشة سنة كاملة.

 

لم يتعلم في المدارس. لكنه كان يعرف لغة الدولة دون الكتابة إلى جانب لغته الأم التي تعلم الكتابة بها متأخراً،

 

الخاصية الفريدة التي ورثها من طفولته هي حبه الشديد للقصص الشعبية. هذه الخاصية دفعته للتقرب من كبار السن، سواء من الرجال أو النساء. فيجلس في تجمعاتهم، وعندما يعود إلى البيت يدون تلك القصص على دفتر. يكتب تلك القصص أو الأمثال الشعبية أو النكت بنفس كلمات من كان يرويها. كان يحلم أن يطبع هذا الدفتر ككتاب تحت عنوان “قصص من قرية من تلك القصص الشعبية.

 

في السنوات الأخيرة اشترى لبيته جهاز تلفزيون.

 

كان يتصور لو أصدر كتابه، أن تقوم إحدى القنوات بمقابلة معه. سيتحدث عندئذ كثيراً.

 

هاجمت كتيبة مسلحة قريته وهم يحملون لافتات سوداء كتب عليها “الله أكبر”، مما اضطر أغلب سكان القرية الهروب إلى البلدة القريبة التي فيها حماية من بني جلدته. هرب هو الآخر في تلك الليلة المشئومة. ولم يستطع أن يأخذ معه سوى مبلغاً بسيطاً كان قد وضعه في مكان آمن بالمطبخ ودفتره الذي كان يدون فيه تلك القصص الشعبية.

 

اشتغل حمالا عدة أشهر، ومن ثم عمل ضمن مجموعة في تقشير الفستق. كان يقبض من الأجر ما يكفيه للعيش دون أن يضطر للتسول مثل العديد من الذين التجئوا لهذه الدولة.

 

حدثه شخص عن الهجرة إلى دولة بعيدة وراء البحار حيث الاستقرار والحياة الجميلة. وخلال عدة أشهر جمع الاثنان المال المطلوب وذهبا إلى المنطقة التي منها سيركبون الزورق لقطع البحر. وقف أمام البحر وهو يشاهده لأول مرة في حياته. كان مشدوهاً ويقول في داخله: كيف تجمعت كل هذه المياه هنا

 

ركبا الزورق مع الآخرين وساروا في عرض البحر. كان في الزورق نساء وأطفال وشيوخ يتصارع الخوف والفرح على وجوههم. بعد أكثر من ثلاث ساعات شعر الجميع أن الزمن طال للوصول إلى الطرف الآخر من البحر. وبدؤوا يقولون همساً لقد ضللنا الطريق. كما لاحظوا الارتباك على سلوك قائد “البلم”. لم يعد يرون حوله سوى البحر. وبدأت الأمواج ترتفع أكثر فأكثر وترشهم بالماء الذي أخذ يتجمع في قاع الزورق. جاءت موجة كبيرة فرفعت الزورق إلى الأعلى وهوت به إلى الأسفل. طفى الجميع فوق الماء. سرعان ما لاحظ أن بعض الأطفال يطفون فوق الماء غرقى. كانت الأمواج ترتفع مثل تلال صغيرة وتختفي خلفها الأجساد.

 

أدرك أنه أصبح وحيداً. بدأ الخوف يتسرب إلى قلبه، لكنه لم يكن مرعوباً. أخذ يفكر بالموت. أعادته فكرة الموت إلى قريته، إلى تلك الحياة الهادئة التي كان يعيشها. شعر وكأنه يقول: “كم كانت حياتي جميلة..!”.

 

أخذت الأمواج تهدأ. ولاحظ تشكل غيوم في السماء بيضاء من طرف وسوداء من طرف آخر. لم يدر كم من الوقت مضى وهو في عرض البحر. فقد اختلط عليه الزمن. تذكر أنهم ركبوا الزورق قبل الظهر. والآن يبدو أن الوقت تجاوز العصر.